Februar 2020

Angesichts der Ausbreitung des mit der Bezeichnung COVID-19 bekannt gewordenen Coronavirus außerhalb Chinas (bis Monatsende 8.600 Infizierte außerhalb Chinas sowie 80.000 in China, davon 67.000 allein in der Provinz Hubei) und der daraus resultierenden Störungen der Lieferketten in weiten Teilen der globalen Wirtschaft machte sich gegen Ende Februar die Angst an den Märkten breit. Zwischen dem 18. und dem 29. Februar gaben sowohl der amerikanische S&P 500 als auch der europäische Stoxx 600 um fast 13% nach, womit sie seit Jahresbeginn um 8,6% bzw. 9,7% geschrumpft sind. Die wieder gestiegene Risikoaversion lässt sich an einem erneuten Zinsrückgang bei 10-jährigen US-Treasuries von 1,91% auf 1,14% und bei deutschen Bundesanleihen von -0,19% auf -0,61% ablesen.

Die OECD geht in ihrem Interim Economic Assessment davon aus, dass sich die Pandemie mit einem Minus von 0,5% beim weltweiten BIP niederschlagen wird, und senkt daher ihre Wachstumserwartungen für 2020 auf 2,4%. Weitere Anzeichen für ein schwächeres Wachstum als ursprünglich erwartet liefern auch diverse Unternehmensdaten, eine Rezession zeichnet sich jedoch bislang nicht ab.
Das besonders stark vom Welthandel abhängige Unternehmen Kühne + Nagel meldet für China einen starken Rückgang des Seefrachtgeschäfts (-30%) und Luftfrachtgeschäfts (-20%). 90% der Unternehmensbelegschaft in China haben jedoch inzwischen ihre Arbeit vor Ort oder über Remote-Arbeitsplätze wieder aufgenommen. Das Unternehmen geht zwar für die Zeit nach dem ersten Quartal von einer dem Vorjahr entsprechenden Geschäftsentwicklung aus, erwartet aber ein künftig besonders hohes Maß an Unsicherheit und hat deshalb die diesjährige Dividende auf den Vorjahresgewinn um ein Drittel gekürzt.
BASF erwartet einen Rückgang des weltweiten Wirtschaftswachstums auf 2% sowie eine schwache Industrienachfrage, die in der Chemiebranche für einen Rückgang des Wachstums auf 1,2% sorgen dürfte (1,8% im Jahr 2019). Anlagenhersteller Bobst Group meldet für 2019 einen Rückgang (-8%) der Aufträge aus der Verpackungsindustrie, deren Investitionsausgaben als Frühindikator für die Konsumgüterbranche gelten. Schneider Electric indes geht mit Blick auf die Investitionsausgaben von einem organischen Wachstum von 1% bis 3% im Jahr 2020 aus – nach 6,6% im Jahr 2018 und 4,2% im Jahr 2019. Im Bereich Energiemanagement dürfte sich die Geschäftstätigkeit den Erwartungen des Unternehmens zufolge als widerstandsfähiger erweisen als im Bereich der Automatisierung.  

Der Markt gab jedoch nicht in allen Bereichen gleich stark nach. So sind als defensiv geltende Titel trotz ihres hohen und oftmals überhöhten Kurses weniger stark betroffen als andere Börsentitel. Die Teilfonds Rouvier Valeurs und Rouvier Europe, die insbesondere die Bewertungen im Blick haben, verzeichneten dementsprechend für die letzten beiden Monate ein deutliches Minus von 10% bzw. 11,6%, während der Rouvier Évolution und der Rouvier Patrimoine, deren Aktienquoten auf 50% bzw. 18% beschränkt sind, um 4,9% bzw. 1,4% nachgaben. Die Aktienkomponente des Rouvier Patrimoine hat sich angesichts eines Wertrückgangs um lediglich 5,7% relativ widerstandsfähig gezeigt.

Was die Zeit über diese zwei Monate hinaus anbelangt, so hören wir nicht auf die Sirenengesänge, denen zufolge Bewertungen im anhaltenden Niedrigzinsumfeld an Bedeutung verloren haben, und setzen weiterhin diszipliniert und langfristig auf beide Aspekte unseres „Quality & Value“-Ansatzes.

 

 

Monatliches factsheet