Editorial Juni

Im Juni entwickelten sich die europäischen Aktienmärkte erfreulich, während die US-Börsen weitgehend auf der Stelle traten. Der Stoxx Europe 600 legte um 2,6 % zu, der S&P 500 gewann 1,3 %, während der Nasdaq leicht um 0,6 % nachgab.

Makroökonomisch stand der Monat im Zeichen einer allmählichen Entspannung der Lage im Nahen Osten. Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran verliefen zwar weiterhin schleppend, zeigten jedoch erste Fortschritte. Parallel dazu wurde die Straße von Hormus schrittweise wieder für den Schiffsverkehr geöffnet. Trotz vereinzelter Unterbrechungen erreichte das Transportaufkommen zum Monatsende bereits wieder rund 50 % des Vorkriegsniveaus. Entsprechend geriet auch der Ölpreis deutlich unter Druck.

Der Fokus der Märkte richtet sich inzwischen auf die Möglichkeit eines Überangebots am Ölmarkt. Während die Fördermengen wieder steigen, bleibt ungewiss, wie rasch sich die Nachfrage – insbesondere in China – normalisieren wird. Bemerkenswert ist dabei, dass China seine Ölimporte offenbar um nahezu 50 % reduziert hat, ohne dass sich dies bislang sichtbar auf die wirtschaftliche Aktivität ausgewirkt hätte. Diese außergewöhnliche Entwicklung hat zwar dazu beigetragen, die Weltwirtschaft vor größeren Belastungen zu bewahren, wirft jedoch zugleich zahlreiche Fragen auf.

Vor diesem Hintergrund geht die Inflation, insbesondere in Europa, spürbar zurück. Damit wächst die Wahrscheinlichkeit, dass die Zentralbanken ihren Zinserhöhungszyklus bis zum Jahresende unterbrechen werden. Insgesamt zeichnet sich ab, dass die durch den Iran-Konflikt ausgelöste Phase erheblicher Unsicherheit letztlich nur vorübergehender Natur gewesen sein dürfte.

An den Kapitalmärkten dominierte im Juni der Börsengang von SpaceX, dem von Elon Musk gegründeten Unternehmen für wiederverwendbare Trägerraketen, das Satellitennetzwerk Starlink sowie Anwendungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz.

Der Börsengang erwies sich als großer Erfolg: Bereits wenige Handelstage nach der Erstnotiz lag der Aktienkurs rund 50 % über dem Ausgabepreis. Gleichzeitig wirft die finanzielle Situation des Unternehmens Fragen auf. SpaceX investiert jährlich mehrere Dutzend Milliarden US-Dollar mehr, als das Unternehmen an Umsatz erzielt, um seine ambitionierten Zukunftsprojekte zu finanzieren – mit dem erklärten Ziel, die Erschließung des Weltraums entscheidend voranzutreiben.

Es ist daher durchaus wahrscheinlich, dass die zuletzt eingeworbenen rund 75 Milliarden US-Dollar lediglich den Auftakt weiterer Kapitalmaßnahmen darstellen werden. Soll das Unternehmen seine ehrgeizigen Pläne verwirklichen, dürften Investoren in absehbarer Zeit erneut um finanzielle Unterstützung gebeten werden. Wir haben uns bewusst gegen eine Beteiligung an diesem Börsengang entschieden, da wir das Chancen-Risiko-Profil derzeit als nicht überzeugend einschätzen.

Mit Spannung erwarten die Kapitalmärkte nun die geplanten Börsengänge der führenden KI-Unternehmen Anthropic und OpenAI, deren Bewertungen voraussichtlich die Marke von 1 Billion US-Dollar erreichen werden.

Die Dynamik rund um die Künstliche Intelligenz bleibt damit ungebrochen. Die Kapitalmärkte stellen weiterhin umfangreiche Mittel zur Finanzierung dieser technologischen Revolution bereit. Wir verfolgen diese Entwicklung aufmerksam, da unsere Portfolios bereits heute von diesem langfristigen Trend profitieren. Gleichzeitig behalten wir die möglichen Chancen ebenso wie die Risiken dieser historischen Transformation stets im Blick – im Bewusstsein unserer Verantwortung als Verwalter Ihres Vermögens.

Die Clartan-Fonds entwickelten sich im Juni uneinheitlich. Clartan Valeurs erzielte ein Plus von 2,7 %, während Clartan Europe um 0,4 % und Clartan Ethos um 1,5 % nachgaben.

Die defensiv ausgerichteten Strategien entwickelten sich dagegen erfreulich. Clartan Patrimoine gewann 0,5 %, während sowohl Clartan Flexible als auch Clartan Multimanagers jeweils 1,4 % zulegten.

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