Im Laufe des Monats setzte der europäische Aktienmarkt seinen Aufwärtstrend fort (+3,9 %), während die in Euro notierten US-Indizes erneut hinterherhinkten: Der S&P 500 in Euro beendete den Monat mit einem Minus von 0,4 % und der Nasdaq mit einem Minus von 2,9 %.
Der Markt war im Februar von zwei ganz unterschiedlichen Ereignissen geprägt: dem beschleunigten Rückgang von Unternehmen, die potenziell von KI „disruptiert” werden könnten, und dem plötzlichen Ausbruch des Krieges im Iran.
Beginnen wir mit den Fundamentaldaten: Die Veröffentlichung des Moduls „Cowork” sowie weiterer sekundärer Module, darunter insbesondere eines zur Rechtsberatung, durch das KI-Unternehmen Anthropic, die den Einsatz von KI durch Wissensarbeiter erleichtern sollen, löste eine sehr starke Reaktion an den Börsen aus. Zahlreiche Titel, die potenziell als bedroht gelten, wie Publicis oder Relx, sind plötzlich stark gefallen. Der Markt geht davon aus, dass die neuen KI-Tools, wenn sie nicht sogar die Anbieter von Wissensdienstleistungen ersetzen, so doch zumindest deren Kunden in die Lage versetzen werden, erhebliche Preissenkungen für diese Dienstleistungen auszuhandeln.
Denn wenn KI zu einer Möglichkeit wird, jede Art von Software oder intellektueller Dienstleistung zu internalisieren, könnte die Preissetzungsmacht dieser Anbieter – die maßgeblich zu den außergewöhnlichen Börsenkursentwicklungen sogenannter „Quality-Growth“-Unternehmen in diesen Branchen seit dem Ende der Finanzkrise 2008 bis zum Jahr 2025 beigetragen hat – schlicht verschwinden.
Am Markt wird daher intensiv diskutiert: Werden diese potenziell bedrohten Unternehmen reagieren können, indem sie generative KI in ihre Angebote integrieren und so die Produktivität und den Mehrwert ihrer Dienstleistungen weiter steigern? Oder laufen sie Gefahr, wie Dinosaurier zu verschwinden und von neuen, von Anfang an KI-basierten Akteuren verdrängt zu werden?
Wir hören nämlich, dass es viel schwieriger ist, bestehende Plattformen an KI anzupassen, als bei Null anzufangen. Wenn dies der Fall ist, könnten ganze Bereiche des Marktes, insbesondere die sogenannten „SaaS”-Softwareunternehmen (Software-as-a-Service), das Schicksal von Branchen wie Tabak, Papier oder Printmedien in der Vergangenheit erleiden: ein langsamer und unaufhaltsamer Niedergang, bis sie durch völlig neue Akteure ersetzt werden.
Wie dem auch sei, wir haben beschlossen, alle Positionen, die uns potenziell gefährdet erschienen, zu verkaufen, bis wir mehr Klarheit haben. Die Marktteilnehmer haben dieser Grundströmung bereits einen Spitznamen gegeben: „HALO-Trade” für Heavy Asset, Low Obsolescence.
Zum Monatsende kam es zudem überraschend zum Ausbruch eines Luftkriegs gegen den Iran. Es ist noch zu früh, um die möglichen Konsequenzen vollständig abzuschätzen. Klar ist jedoch, dass der Iran versuchen könnte zu reagieren, indem er die Straße von Hormus schließt und damit rund 20 % der weltweiten LNG-Versorgung sowie 5 bis 10 % der globalen Ölversorgung unterbricht. Ein solcher Energieschock könnte eine deutliche Abschwächung des weltweiten Wachstums auslösen. Erneuerbare Energielieferanten könnten einen Aufschwung erlegen.
Auch Angriffe auf Flughäfen in den Golfstaaten könnten die stark dienstleistungsorientierten Volkswirtschaften dieser Länder erheblich beeinträchtigen. Es ist jedoch ebenso möglich, dass sich die Lage ebenso schnell beruhigt, wie sie eskaliert ist. Wir werden abwarten müssen, um mehr Klarheit zu gewinnen. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts haben wir daher noch keine wesentlichen Absicherungsmaßnahmen in unseren Portfolios ergriffen.
Die Clartan-Fonds erzielten im Februar eine respektable Performance. Der Valeurs stieg um +3,9 %, während Europe +2,9 % und Ethos +3,0 % verzeichneten. Patrimoine stieg ebenfalls um +1,2 %, Flexible um +3,4 % und Multimanagers um +1,5 %.
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