April 2020

Aus den Statistiken und Ergebnisveröffentlichungen der Unternehmen für das erste Quartal lässt sich ablesen, welche Auswirkungen die Corona-Pandemie auf die Wirtschaft hat. In den USA ist das BIP gegenüber dem ersten Quartal 2019 um 4,8% geschrumpft, während die bereits vorgelegten Zahlen für den Unternehmenssektor einen Gewinneinbruch von durchschnittlich 21% erkennen lassen. Europa behauptet sich etwas stärker, beschränkt sich der BIP-Rückgang hier doch auf 3,8% und das Minus bei den Unternehmensergebnissen auf 18%. Wie auch sonst stützen wir unsere Markteinschätzung auf die Zahlen von Unternehmen, die uns als Barometer für die Marktentwicklung dienen. Dabei fällt auf, dass sich die für 2020 aufgestellten Prognosen (Zielvorgaben) durch die Bank als haltlos herausgestellt haben und sich die Unternehmen außerstande sehen, neue Zielvorgaben zu formulieren. Wie alle anderen Marktakteure auch sehen sie sich gezwungen, ihr Schiff zu steuern, obwohl ringsum nur Nebel herrscht.

In Bezug auf die Industrieproduktion sah sich BASF im Bereich Industriechemikalien mit einem Umsatzrückgang von 8% bzw. 3% im Bereich der Spezialchemikalien bei einer Auslastung von 60% konfrontiert. Im April brachen die Umsätze sogar um 20% ein. Die Umsatzzahlen für Spezialchemikalien für die Gesundheitsbranche, Massenkonsumgüter und den Agrarsektor blieben hingegen stabil. Entgegen seiner üblichen Praxis hat das Unternehmen auf eine aktuelle Prognose zur Entwicklung der Weltwirtschaft verzichtet.
Was die Investitionstätigkeit angeht, musste Schneider Electric eine Verlangsamung des organischen Umsatzwachstums von 6,4% hinnehmen. Hiervon entfielen 19% auf Asien und über 20% auf China, obwohl die Umsätze gegen Ende des Monats März eigenen Bekundungen zufolge wieder kräftig anzogen. In Europa schrieb das Unternehmen Ende Februar noch positive Umsatzzahlen und beendete das Quartal dann mit einem Minus von 3%. Für das zweite Quartal rechnet Schneider Electric durchweg oder zumindest über weite Strecken mit einem Umsatzrückgang von 25%. Das Unternehmen vertraut jedoch auf die längerfristig gut gefüllten Auftragsbücher. Ein Blick auf den japanischen Ausrüster Fanuc bestätigt dieses Bild. Schließlich konnte dieser im ersten Quartal ein Auftragsplus von 8% verzeichnen.
In Bezug auf den Welthandel schließlich ist auf die Meldung von Kühne + Nagel zu verweisen, wonach das Seefrachtgeschäft im ersten Quartal um 10% zurückgegangen ist, während sich der Einbruch im Luftfrachtgeschäft wegen des fast vollständigen Wegfalls des über Passagierflugzeuge abgewickelten Frachtverkehrs in einer Größenordnung von 15% bewegt.

Trotz der erwartungsgemäß wenig erfreulichen Rahmenbedingungen ging es an den Finanzmärkten nach den im März erlittenen herben Verlusten wieder bergauf. Der amerikanische S&P 500 konnte im Vergleich zum Vormonat 12,7% gutmachen, sodass er nun gegenüber Ende 2019 knapp 10% niedriger notiert. Damit liegt der Index nur noch 1% unter dem Stand vom 30. April 2019, wobei die Bewertungskennzahlen für die jährlichen Gewinnerwartungen mit einem Wert von über 19 über dem historischen Durchschnitt liegen. Erklären lässt sich dies erstens damit, dass der US-Aktienmarkt extrem auf seine Liquiditätsversorgung reagiert, die momentan mehr als üppig ist. Zweiter Grund ist das hohe Gewicht, das die Börsengiganten Google, Apple, Facebook, Amazon und Microsoft im Index haben. Diese sogenannten „GAFAM“-Titel weisen allesamt eine extrem hohe Marktkapitalisierung (in drei Fällen von mehr als 1.000 Mrd. Euro) auf und sind mit rund dem 30-Fachen ihrer Gewinne bewertet. Beim Eurostoxx 600 fiel die Erholung mit 6,3% etwas weniger deutlich aus. Damit notiert der Index nun 18% niedriger als Ende 2019 und 13% unter seinem Stand vom 30. April 2019.

Die Teilfonds der SICAV Rouvier erzielten eine positive Bilanz für den Monat April. So legte der Rouvier Valeurs 4,6% zu, der Rouvier Europe 5,5%, der Rouvier Évolution 3% und der Rouvier Patrimoine 1,1%. Analog zu der im vergangenen Monat skizzierten Portfolioanalyse liegt der Anteil defensiver Werte am Fondsvermögen des Rouvier Valeurs nun bei 52,4%. Der Wertzuwachs betrug hier im Monatsverlauf 8,4%. Zwei vom Anlageausschuss als zu risikoträchtig eingestufte Titel wurden aus der „Value“-Komponente gestrichen, die nun 17% des Portfolios ausmacht und erste Anzeichen einer Erholung zeigt (3,7%). Diese Entwicklung dürfte sich weiter fortsetzen. Anleger hatten weiterhin wenig Interesse an den Anlagethemen Erdöl, Finanzen und Transport, sodass die entsprechende Komponente im Teilfonds noch keinen Wertzuwachs verzeichnen konnte (-0,6%).

Trotz des viel beschworenen Paradigmenwechsels mit einer Entkoppelung von Börsenbewertung und Marktentwicklung bleiben wir unserem „Quality & Value“-Ansatz treu, sehen wir diese beiden Grundpfeiler doch als langfristige Erfolgsgaranten. Der Bewertung unserer defensiven Aktien und der Widerstandsfähigkeit unserer Value-Titel schreiben wir daher den gleichen Stellenwert zu.

 

 

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