Editorial März

Im Laufe des Monats sind die europäischen und amerikanischen Aktienmärkte vor dem Hintergrund des Krieges im Nahen Osten deutlich eingebrochen: Der Stoxx Europe 600 verlor 7,5 %, der S&P 500 2,7 % und der Nasdaq 2,4 %.

Der Konflikt zwischen den USA und Israel einerseits und dem Iran andererseits ist seit dem 28. Februar in vollem Gange und hat erhebliche wirtschaftliche Folgen nach sich gezogen. Zunächst einmal ist die Straße von Hormus de facto fast vollständig für den Handelsverkehr gesperrt, zunächst aufgrund der Kämpfe, dann aufgrund der iranischen Drohungen. Saudi-Arabien konnte den Großteil seiner Ölexporte, nämlich etwa 7 Millionen Barrel pro Tag, über das Rote Meer umleiten, indem es eine 45 Jahre alte Ost-West-Pipeline nutzte, die genau für einen solchen Konflikt gebaut worden war. Auch die Emirate konnten über eine weitere Pipeline fast 2 Millionen Barrel pro Tag um die Meerenge herumleiten, und iranische Tanker können bis heute ungehindert im Golf verkehren. Gefangen bleiben somit die Fördermengen aus dem Irak und Kuwait sowie das LNG aus Katar, was etwas weniger als 10 % des weltweiten Ölflusses und 20 % des LNG ausmacht; hinzu kommen noch etwa 30 % des weltweiten Harnstoffs, der ein notwendiger Bestandteil von Düngemitteln ist. 

Die Lage ist daher äußerst ernst, und die Preise der betroffenen Rohstoffe haben bereits stark nach oben reagiert. Der Aktienmarkt, der einen Inflationsschub und obendrein eine Rezession befürchtet, hat ebenfalls mit starken Kursverlusten reagiert, ohne jedoch zum jetzigen Zeitpunkt in Panik zu verfallen. Denn es ist durchaus nicht ausgeschlossen, dass sich die Situation in mehr oder weniger kurzer Zeit auflöst. 

Die USA und Israel führen im Wesentlichen Luftangriffe durch, ohne jedoch am Boden zu intervenieren. Nach mehreren Wochen der Operationen und etwa 8000 angegriffenen Zielen kann man vernünftigerweise davon ausgehen, dass es kaum noch nützliche militärische Ziele gibt. Wir haben somit wahrscheinlich das erreicht, was man in der Spieltheorie als „Nash-Gleichgewicht“ bezeichnet, d. h. das Stadium, ab dem keine der beiden Seiten mehr ein materielles und objektives Interesse an einer Fortsetzung der Feindseligkeiten hat. Auf iranischer Seite ist die existenzielle Bedrohung für die Mitglieder des Regimes extrem, solange die Luftangriffe andauern, und auf amerikanischer Seite treibt die Blockade der Meerenge die Weltwirtschaft jeden Tag ein Stückchen weiter in die Rezession. Eine Rezession, die sich für die Republikaner wahrscheinlich bei den amerikanischen Zwischenwahlen im kommenden November an den Wahlurnen rächen wird, sollte sie bis dahin eintreten. Das einzige Hindernis für einen sofortigen Waffenstillstand ist in Wirklichkeit die Tatsache, dass niemand den Eindruck erwecken will, er würde kapitulieren und vor seinem Gegner nachgeben.

Daher halten wir es für am wahrscheinlichsten, dass trotz der täglichen Prahlereien von Donald Trump, die in Wirklichkeit darauf abzielen, seine Verhandlungsposition zu verbessern, die Bombardements nun einerseits an Intensität nachlassen und der Iran andererseits den Würgegriff um die Meerenge allmählich lockert, wie er es derzeit offenbar tut, indem er vorgibt, den Schiffen, die die Meerenge durchqueren wollen, ein Durchfahrtsrecht aufzuerlegen. Dies geschieht zwar völlig rechtswidrig, doch wurde das Völkerrecht in letzter Zeit von allen Seiten derart mit Füßen getreten, dass wir darin mittlerweile kaum mehr als ein leider unbedeutendes   Detail sehen.   Auch die Clartan-Fonds hatten im März einen schwierigen Monat: Valeurs gab um -11,8 % nach, Europe um -9,6 % und Ethos um -10,4 %. Bei den defensiveren Fonds verlor Patrimoine -2,9 % und Flexible -5,8 %.

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